Juni 25 2014
St. George Island – Apalachicola, Panhandle Roundtrip 2/5
Wie schnell fliegt ein Pelikan? Na? Unglaubliche 45 mph! Ich hatte, als ich über die John Gorrie Brücke nach St. George Island gefahren bin, zeitweise einen braunen Pelikan als Begleiter. Er flog, oder besser „segelte“ ungefähr 1/2 Meile auf gleicher Höhe mit mir, ca. 5 Meter neben meinem Seitenfenster. Daher konnte ich seine Geschwindigkeit an meinem Tacho sehen. 45 mph und das ohne einen einzigen Flügelschlag. Wenn das nicht effizient ist… meine Kamera lag ausnahmsweise auf dem Beifahrersitz, daher konnte ich unter üblen Verrenkungen, die die Highway Patrol besser nicht gesehen hat, ein Bild machen. Er glitt absolut cool dahin und wunderte sich wahrscheinlich über den seltsamen schwarzen Pelikan auf vier Rädern neben ihm. Als ihm dämmerte, dass ich weder Fisch noch Kumpel bin, verlor er wohl das Interesse, klappte das Seitenruder aus und drehte in einem eleganten Bogen Meerwärts ab.
St. George Island ist sozusagen das Gegenstück oder die Verlängerung des Inselbogens St. Joseph Peninsula – St. George Island das die Apalachicola Bay vom Gulf of Mexico trennt. Ich habe diesmal einen längeren Stop in Apalachicola im Franklin County eingelegt, denn die Stadt ist geschichtlich doch recht interessant. Sie war um die 1830er Jahre einer wichtigsten Häfen an der nördlichen Golfküste. Griechische Immigranten bauten einen regen Naturschwammhandel auf, der neben Austern- Shrimpfischerei und Baumwolle die wichtigsten Handelsgüter Apalachicolas waren. 90% der US Austernproduktion kommen von hier, die Shrimps sind erstklassige Qualität, weissfleischig, knackig und süss. In der Bay kann man zur richtigen Zeit auch auf Scallop-„Jagd“ gehen, diese unvergleichlichen Muscheln sind eine wahre Delikatesse und frisch aus dem Wasser einfach unschlagbar. Muss ich es sagen? Als ich hier war, war natürlich noch keine Saison…
Ich habe mich in der Stadt umgeschaut, am Hafen stehen noch die historischen Gebäude der Schwammtauschbörse von 1831, das „Harrison-Raney Cotton Warehouse“, sowie diverse alte Lagerhallen, in denen heute hauptsächlich Trödler ihren „Wohlstandsmüll“ anbieten. Ich kann Stunden in solchen Läden verbringen. Da erwacht der Schatzjäger in mir, es könnte sich ja mal ein Kleinod unter dem Tand finden 🙂








