Indian Pass Raw Bar, Panhandle Trip 2/3

Indian Pass Raw Bar. Es brauchte drei Anläufe, bis ich endlich dazu kam in der weltbekannten und doch fast unauffindbaren Raw Bar (sie liegt „in the middle of nowhere“, mitten im Wald) Austern zu essen. 1. Versuch, Montag, Bar geschlossen – Ruhetag. 2. Versuch, abends gegen 20:00, keine Chance einen Platz zu bekommen, übervoll und draussen elend viele Gäste auf Wartehalde. 3. Versuch, heute Mittag 11:30, Bar noch zu aber um 12:00 wird geöffnet und noch kein Gast ausser mir da. Jim McNeill, der wohlgenährte Eigentümer, sitzt vor der Tür in einem erhöhten Adirondack, macht ein grumpeliges Gesicht und telefoniert fortwährend. Bis zur Öffnung um 12:00 kamen dann noch ein paar Gäste, aber überschaubar. Das Gebäude der Raw Bar selbst besteht seit 1903 und wurde ursprünglich als commisary/company store für die Turpentine operation – Terpentingewinnung aus dem Harz einer Pinienart, verkehrsgünstig an der Route 30A gebaut.

In einem Teil des Gebäudes servierte Mrs. Gypsie McNeill ab 1930 Mittagessen und lieferte auch Essen aus. Die Raw Bar entstand so wie sie ist allerdings erst 1986, nach dem Hurricane „Kate“, der die Austernbänke der McNeills fast vollständig zerstörte. Das Dilemma war, sie hatten zwar immer noch mehr Austern als sie selbst essen konnten, aber doch zu wenig für den Großhandel, was schließlich zur Idee einer „Raw Bar“ führte. Die Raw Bar ist bekannt für ihre abendliche life Musik, den lockeren Umgang mit den Gästen – so holt man sich z.B. sein Getränk selbst aus dem cooler, schreibt auf und rechnet am Schluss ab („honorable friends…“) und Jim, der freitags draussen vor der Tür auf dem riesigen BBQ – smoker ribs, steaks und „chicken on a beercan“ zubereitet. Das Hühnchen „sitzt“ während des Grillens auf einer geöffneten, vollen Bierdose. Das soll dem Fleisch einen besonderen Geschmack geben und das Gickerl saftig halten. Der Laden ist alles andere als schick oder „Restaurant-like“, es ist eher eine alte Hütte mit abblätterndem Anstrich und wenig einladender Innenausstattung, die aus Plastiktischen, Plastikstühlen und der Getränkecoolerwand besteht. Aber was soll’s, deswegen kommt man erst recht, die Bude ist täglich brechend voll.

Ich habe also nun endlich einen Tisch ergattert und mir vorgenommen, erst 12 „raw“ (rohe) Austern und dann 12 steamed (gedämpft) oder „Rockefeller“ (überbacken mit Spinat) zu essen. Vorsichtigerweise habe ich aber erstmal nur die Rohen bestellt, weil ich nicht sicher war ob ich noch ein weiteres Dutzend schaffe. Gute Entscheidung. Meine Erwartungshaltung war hoch – und wurde leider enttäuscht. Die Muscheln waren schlabbrig, zu warm (nicht auf Eis) und lieblos auf einem Plastiktablett serviert. Zudem waren sie so lätschert, dass ich sie salzen (!) musste, was bei Austern normalerweise durch das noch enthaltene Meerwasser absolut nicht nötig ist. Ich denke mal sie wurden schon vormittags geöffnet und in Frischwasser gelagert. Kurz und gut, ich habe mir keine weiteren bestellt und bin relativ ernüchtert gegangen. Wieder ein Mythos zerstört. Zum Vergleich, ich habe, als mein Sohn da war, mit ihm in JB’s Fishcamp in NSB Austern gegessen, das Dutzend für $8.99 die perfekt angerichtet und serviert wurden und von hervorragender Qualität waren. In der Raw Bar haben sie $10,95 gekostet und waren… s.o.

Raw Bar

Raw Bar

Jim McNeill, Owner

Jim McNeill, Owner

inisde Raw Bar

inisde Raw Bar

Coolerwall

Coolerwall

Checklist

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