Juni 16 2014
Von NSB nach Seaside und Wewahitchka, Panhandle Roundtrip 2
Die Route meiner zweiten Rundreise in den Norden ähnelt zwar der ersten, aber die einzelnen Ziele waren größtenteils andere. Leider hatte ich etwas Pech mit dem Wetter, es war teilweise stark bewölkt, schüttete immer wieder gewaltig, aber das ist halt so – und – es wird nicht kalt. Manchmal hatte ich aber auch Glück, just zum Zeitpunkt wenn ich es brauchte, kam brav die Sonne hervor und ich konnte ein paar Fotos machen.
Mein erstes Ziel war der Ort Seaside, 415 Meilen nordwestlich von New Smyrna. Ich bin um 06:00 früh losgefahren und war um 12:00 da. Ich hatte geplant, den Nachmittag in dem Ort zu verbringen und mich umzuschauen. Davon wurde ich schnell geheilt. Aber der Reihe nach. Seaside ist der Ort, in dem der Film „Die Truman-Show“ mit Jim Carrey gedreht wurde. Dazu muss man wissen, dass Seaside eine künstliche (nicht gewachsene), mit allen Aussenbezirken komplett geplante Stadt ist, die unter dem Management von Beth Folta von 1983 bis 2004 gebaut wurde. Der langen Rede… ich bin also nach Seaside reingefahren und wollte im Stadtzentrum parken, aber da fing’s schon an. Erst nach langem Suchen und „um-den-Block-fahren“ habe ich einen Parkplatz gefunden und bin zu Fuß losgezogen.
Ich war nach ca. 20 Minuten wieder zurück im Auto und habe mich aus dem Gewühl wieder rausgetastet. Der Ort ist schnell beschrieben: clean bis antiseptisch, künstlich, ohne Charme und gepackt mit Menschen. Um trotz allem etwas Positives zu sagen, man nimmt unglaublich Rücksicht auf Fussgänger / Radfahrer. Diese haben immer Vorrang und das wird strikt eingehalten, weshalb man auch nur im Schritttempo (wörtlich) fahren kann. Das gilt natürlich nicht bis zum 65 Meilen entfernten Wewahitchka („Wewa“).
Wewa ist wieder mal ein Tipp, den ich mir von den „Hairy Bikers“ geholt habe. Der Name „Wewahitchka“ ist indianischen Ursprungs und bedeutet „Water Eyes“, was sich auf zwei Seen, die sog. „Dead Lakes“, bezieht, die von oben wie zwei Augen aussehen (woher die Indianer das wohl wussten…?). Wewa ist aber auch bekannt für seinen sehr feinen Tupelo Honig. Die Bienen fliegen dafür hauptsächlich den White Ogeechee Tupelo (nyssa ogeche) oder „Tupelo Gummibaum“ an, dessen Blüten den einmaligen Honig liefern. Ogeechee Tupelo wächst im Dreieck von Ogeechee River, dem Apalachicola, und dem Chattahoochee River Basin von Nordwest Florida. Diese Flusstäler sind die einzigen Plätze der Welt, wo Tupelo Honig kommerziell produziert wird. Dazu sind die Bienenstöcke direkt an den Flussufern platziert, damit die Bienen im April und Mai während der Blüte die Tupelo Gummibäume mühelos anfliegen können.
Reiner Tupelo Honig hat eine helle, bernstein-goldene Farbe. Wegen seines geringen Zuckergehaltes (29,98% Dextrose) können ihn sogar Diabetiker geniessen. Das ist auch der Grund, weshalb Tupelo Honig der einzige Honig ist, der nicht auskristallisiert.
Ich war bei Smiley’s, einem alteingessenen Imker in Wewa. Seine Frau erklärte mir geduldig, wie der Honig entsteht (the bee’s do all the work, we just steal it 😉 ) und entschuldigte sich für die hohen Preise, die vom schlechten Wetter = viel Regen = wenig Honig, verursacht wurden. Als ich meine Kamera anlegte, flüchtete sie jedoch verschämt um die Ecke.
Nach meiner „Honigernte“ bin ich noch zu den Dead Lakes gefahren, aber das Licht war nicht mehr sehr gut, weshalb ich meine Fotoexkursion auf den nächsten Morgen – 05:00 früh verlegt habe. Übernachtet habe ich dann wieder im Dixie Belle Motel in Port St. Joe. An dem Abend habe ich noch versucht in der nahegelegenen „Indian Pass Raw Bar“ zu meinem Austerndinner zu kommen, der Laden war aber brechend voll, keine Chance auf einen Tisch. Also bin ich wieder abgezogen und habe mir aus dem örtlichen Piggly Wiggly (Supermarkt „The Pig“) von der heissen Theke eine Portion eher unbefriedigender „Cajun roastet chicken wings“ (zu süss) geholt.













