Mai 27 2017
Juniper Springs und Alexander Springs
Die Quellen in Florida sind ja schon fast Legende. Aber man muss sie wirklich gesehen haben, schön wie sie sind. Schade wenn Touristen hier sind und einfach „nur“ Strand und Disney im Kopf haben. Sie wissen nicht was ihnen entgeht. Zudem ist es der beste Weg, Florida zu sehen, wie es einmal war.
Ich kann mir gut vorstellen, wie die ersten Spanier hier ankamen und einen Dschungel, der vor überbordender Natur nur so strotzte, vorfanden. Sie müssen entsetzt gewesen sein, über die Moskitos, die Schlangen, die giftigen Frösche und Alligatoren. Aber auch Bären, Panther und alles was noch gefährlich ist und beisst, sticht oder spuckt kreucht(e) herum. Aber das hat sie in ihrer Gier nach Gold, wertvollen Hölzern, Gewürzen und exotischen Früchten nicht abgehalten das Land zu erobern und die Naturvölker hier fast zu vernichten. Ob mit Waffen oder eingeschleppten Krankheiten machte am Schluss keinen Unterschied.
Juniper Springs und Alexander Springs sind wunderbare Beispiele für die Vielfalt der Quellen. Die in allen Grünschattierungen schimmernden, kristallklaren Seen oder Quelltöpfe, die oft mehrere hundertmillionen Gallonen Wasser täglich schütten, laden zum baden und planschen ein. Allerdings muss man wissen, dass man sich diese oft auch mit den allgegenwärtigen Alligatoren teilt. Wir haben sie im See von in Alexander Springs gesehen, auch während Leute gebadet haben. Der Life Guard meinte nur lapidarisch: „they don’t bother you, they just wanna play…“ na ja, kann jeder selbst entscheiden was er / sie dann macht. Die Leute sind auf jeden Fall im Wasser geblieben.
Wenn man Glück hat kann man im Winter sogar Manatees im Wasser begegnen. Die vollkommen friedlichen Tiere, die mit dem Elefanten artverwandt sind, verbringen die Winter hier, weil das Wasser konstant ca. 24° C hat. Einige dieser Quellen sind auch hervorragende Tauchreviere. Oftmals führen Stahlseile durch die kilometerlangen Höhlensysteme, die aber auch durchaus ihre Gefahren bergen. Alleine tauchen ist deshalb streng untersagt und auch lebensgefährlich, denn trotz der Führungsseile sind immer wieder mal Taucher nicht wieder aufgetaucht.
Die oftmals herrliche Stille wird auch von den Besuchern hier respektiert und man hört kein lautes Wort, geschweige denn Musik oder sonstige störende Geräusche. Rund um die Quellen gibt es Naturpfade, die durch das dichte Gestrüpp und naturbelassene Wälder führen. Genialerweise haben die Forstverwaltung hier meist sogenannte Boardwalks angelegt, die es erlauben durch den Dschungel zu gehen, ohne den Boden direkt zu berühren. Dadurch stört man die Vegetation nicht und man läuft nicht Gefahr versehentlich auf Schlangen oder auch Alligatoren zu treten. Die Trails sind verschieden lang, so kann jeder je nach Lust und Kondition auf Naturbeobachtung gehen.
Und als wäre das alles noch nicht genug, sind in den meisten Parks auch noch sehr schöne Campgrounds, auf denen man für einen kleinen Dollar einen riesigen Stellplatz mit Tisch, Sitzbänken und Holzkohlengrill bekommt. Man muss lediglich einige Regeln beachten, über die man am Eingang aufgeklärt wird. Da es hier Bären (Florida Schwarzbären) gibt, darf man unter keinen Umständen irgendwelche Lebensmittel, bzw. Essensreste draussen lassen, Bären haben einen fantastischen Geruchssinn und riechen Futter über Kilometer hinweg. Deshalb sind die Müllcontainer auch Bear-safe, d.h. von einem Bären nicht zu öffnen.
Waschhäuser, Duschen und Toiletten sind ebenso vorhanden und immer exzellent gepflegt. Zusammengefasst ergibt sich also, wer die Natur mag, kann sich einen sehr preisgünstigen annual National Forest Pass kaufen und mit einem Wohnmobil eine Parkrundfahrt machen – die sich je nach Zeit und Laune über die gesamten USA erstrecken kann. Ein sicher unvergessliches Erlebnis.




















