Juni 7 2014
Gainesville, Harn Museum und Kanapaha Gardens
Gainesville im Alachua County ist gerade einmal zwei Fahrtstunden, bzw. 115 Meilen in nordwestlicher Richtung von hier entfernt. Größere Städte sind ja nun nicht so mein Ding, aber auch sie haben natürlich einiges zu bieten. In Gainesville zum Beispiel die University of Florida („UF“ gegründet 1853), die größte Universität in Florida mit über 50.000 Studenten. Auch einer der zehn besten Sportvereine der USA, die „Florida Gators“ wurden 1906 hier gegründet. Wobei das Sportprogramm von Baseball über Football, Schwimmen und Gymnastik jede traditionelle Sportart umfasst. An den Randbezirken der Uni wimmelt es daher folgerichtig von Kneipen, Cafés (zumindest was man hier darunter versteht), Ethnofood Restaurants aller Couleur und natürlich jede Menge schräger Läden, wie z.B eine Wein- und Käse Galerie.
Aber deswegen war ich nicht hier. Es gibt hier zwei Plätze, die ich auf meiner „wenn-dir-sonst-nichts-einfällt“ Liste hatte. Das „Samuel P. Harn Museum of Art“ und der „Kanapaha Botanical Garden“. Überraschung bei Ersterem war, man durfte fotografieren! Gleich am Eingang stehen drei riesige Bronzeskulpturen von Miró, links daran vorbei kommt man zur Ausstellung amerikanischer und europäischer Kunst. Da hängt, ganz unscheinbar um die Ecke ein schöner Monet, einige Bilder deutschstämmiger Maler (z.b. eine Ansicht von Berchtesgaden, bei uns wird dieses Genre „Felsl“ genannt 😉 ) und schließlich haben sie auch noch einen Magritte*. Insgesamt auch dieses Museum recht überschaubar, die asiatischen und afrikanischen Exponate haben mich, bis auf einen afrikanisches Tuch, genannt „old mans cloth“ nicht so sehr interessiert. Das „Tuch“ ist ca 3 x 3 Meter groß und besteht aus – ich weiss nicht wievielen Tausend – dieser Metallhülsen, die man am Hals von Schnapsflachen findet. In einer nicht nachvollziehbaren Akribie mit dünnen Kupferdrähten aneinandergekettet. Da muss einer viel Zeit gehabt haben…
Vom Museum bin ich dann zum botanischen Garten gefahren, der nur eine Meile entfernt ist. Jetzt muss man dazu sagen, dass laut Prospekt von Juni bis September die beste Zeit ist den Garten zu besuchen. Ich habe zwar Einiges blühen gesehen, aber allzu viel war es nicht. Interessant die Bambusanpflanzung, sie haben hier die landesweit größte Vielfalt dieser Graspflanzen. Viele Palmenarten, Kakteen und Wasserpflanzen in schön angelegten Teichen und leider einige, momentan noch nicht blühende exotische Orchideenarten kann man sehen. Den Garten erwandert man sich in einem ca. 1,5 Meilen langen verschlungenen Rundweg, wobei man bei 33° C durchaus in’s Schwitzen kommt – was ja nicht schadet 😉 . Fazit daher auch hier, schön zu sehen, kann man – muss man aber nicht.
*Das Bild zeigt ein Porträt der Countess Erzsébet Báthory (aka Elizabeth Bartory), eine der berüchtigtsten Figuren der Geschichte. Sie wurde im heutigen Ungarn in eine noble Familie geboren, die eine ganze Reihe illustrer und mächtiger Mitglieder, u.a. Herrscher über Transsylvanien und Polen, hatte. Früh entwickelte sie ein starkes Interesse an allem okkulten und kam zu der Überzeugung, dass das Baden im Blut von jungen Jungfrauen das Geheimnis der ewigen Jugend sei. Man schätzt, dass mehr als 600 junge Frauen ermordet wurden, um ihre Perversion zu befriedigen.
Magritte versuchte das in diesem Bild darzustellen, indem er sie hinter einem dunklen verschlungenen Netz sowohl verbarg, als auch blossstellte. In der partiellen Enthüllung ihrer Person sollte der Betrachter einerseits ihre wahre Identität erkennen, andererseits aber vor ihrer dunklen Vergangenheit bewahrt werden.




















